Das Europäische Jahr 2010 (EJ 2010)

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Armut stoppen - gemeinsam handeln

Mutmacher

Reinhold Beckmann

Foto: Reinhold Beckmann

"Größeres Engagement zeigen"


Projekte, die Mut machen

Bayern

Foto:Gruppe von jungen Frauen

"Bist du sicher?" Soziale Integration durch kulturelle Bildung


Was ist eigentlich Armut?

"Armut ist relativ. Es ist eine verlogene Debatte in diesem Zusammenhang. Es geht um Teilhabe am Leben ..."

 

"Die materielle Armut ist bei größeren Familien durchaus vorhanden. Die Lebensmittelausgaben der Tafeln zeigen das sehr deutlich. Auch in die Suppenküchen kommen immer mehr. Besonders hat mich erschreckt, wie viele Senioren in den Lebensmittelausgaben anstehen ..." 

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Alle Antworten zur Frage:


  1. Was macht uns Mut im Kampf gegen Armut und Ausgrenzung?




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    Die Antworten

    Hoffnung macht Mut. Und Mut machen mir die Menschen, die meist selbst kaum etwas besitzen und trotzdem versuchen anderen Menschen zu helfen.

    Sehr geehrte Frau Ursula von der Leyen, ich schätze Sie und vertraue Ihnen, deshalb wende ich mich an Sie. Ihre Devise: Mit neuem Mut... steht in Sprüche 31,8: "Du aber tritt für die Leute ein, die sich selbst nicht verteidigen können! Schütze das Recht der Hilflosen! Sprich für sie, und regiere gerecht! Hilf den Armen und Unterdrückten." Mein Sohn ist 27 Jahre. Seit einem Jahr haben wir erfahren, dass er Legasthenie hat, und nicht wie fälschlicher Weise die Grundschullehrer vermuteten, eine Lernbehinderung. Er holt seinen Realschulabschluss nach und benötigt unbedingt eine LRS-Therapie um sich in der Gesellschaft u. auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft zu integrieren. Aber diese Menschen bekommen keine Unterstützung in Deutschland. Sie werden zum Schweigen verurteilt. Joh. 9, 2-4: Die Jünger fragen. „Wer ist schuld daran, dass dieser Mann blind ist? War es seine eigene Schuld oder die Sünde seiner Eltern? Jesus antwortet „Weder er selbst ist schuld daran noch seine Eltern. Jesus antwortet „Weder er selbst ist schuld daran noch seine Eltern. Er ist blind weil an ihm die ganze Macht Gottes sichtbar werden soll.“ Werte Frau von der Leyen, es kommt auf uns darauf an, helfen und unterstützen wir die Menschen, denen auch Jesus helfen möchte. Und er will helfen, und nicht die Schuldfrage hin und her schieben, was niemanden nützt. Werte Frau von der Leyen, ich bitte Sie von Herzen nehmen Sie sich diesem Personenkreis an. (...) Ich danke Ihnen im Voraus.

    Mut macht die Hoffnung auf Veränderung – aber der Verzweifelte wartet meistens vergeblich auf ein Wunder. Wie soll auch ein Blinder den Weg ins Licht finden, wenn ihm keiner die Hand reicht? Armut ist eine Behinderung die verharren lässt und gleichgültig macht, weil sie schleichend an der Seele nagt und die Persönlichkeit zerfrist.

    Es gibt in Deutschland keinen Kampf gegen Armut und Ausgrenzung. Oder rechnet man die Almosen-Tafel-Läden etwa zu einem "Kampf gegen Armut"? Die Armen haben auch keine Lobby, die für sie kämpfen würde.

    In diesem Lande nichts!!!!

    Mut kann man nur aus den selbständigen Menschen schöpfen die, trotz der größtmöglichen Abschöpfung aller Mittel durch das Finanzamt und trotz fehlender Unterstützung seitens der Politik, noch den einen oder anderen persönlichen uneigennützigen Beitrag für andere Menschen leisten.

    Es gibt nichts was mir Mut macht. Auch nicht die Tatsache dass es anderen Menschen noch schlechter geht. Was fehlt ist eine Politik mit Visionen für die es sich lohnt zu kämpfen. Man kann Armut nicht bekämpfen wie eine Seuche aber man kann Rahmenbedingungen schaffen, die Armut vermindert. Hier sind Sie gefordert.

    Mut machen mir diejenigen, die sich noch ungebrochen an Montagsdemonstrationen aktiv beteiligen und sich nicht von Diffamierung u.a. von bundesdeutschen Medien entmutigen lassen und tatsächlich gegen Willkür, Rechtsbruch und Grundgesetzverstöße aufrecht für Arme Partei ergreifen!

    Mut hätte mir gemacht, wenn diese Bundesregierung ein anders (...) Sparpaket schnüren würde als ausgerechnet die Einsparung von Milliarden bei den ALG II Empfängern. Mut machen mir regierungsferne Organisationen und einzelne Menschen, die sich wehren gegen die Armutsförderung von Staats wegen.

    Gute Frage. Macht es Mut, dass Einwanderer egal wie intelligent sie sind, erst mal jahrelang in eine Hauptschule müssen? Dort keine ausreichende Ausbildung erhalten und nicht gefördert werden? Macht es Mut, zu wissen, dass sie von den Lehrern für etwas schlechteres gehalten werden, für dümmer? Wünscht man sich so etwas selbst, wenn man auswandert? In einem Land, in der Integration nicht existiert, Einwanderer schlecht behandelt werden, gibt es nichts was in irgendeiner Art und Weise Mut macht.

    Mut, muss man sich immer wieder selber machen. Nicht aufgeben und selbst nach Lösungsansätzen suchen. Hilfe gibt es leider nur noch im ehrenamtlichen Bereich, der leider auch immer mehr schrumpft da viele selbst ums überleben kämpfen. Bei dem Lohnniveau nicht verwunderlich.

    Mut zur Diskussion - Mut zur Solidarität - Mut zur Selbsthilfe!!

    Wo soll man denn noch Mut haben? Wenn die Regierung bei den Sparplänen als erstes im sozialen Bereich anfängt massiv zu kürzen, z.B. den kleinen Beitrag zur Rentenversicherung. Es ist ein kleiner Beitrag, bis jetzt, bald aber nicht mehr. Willkommen Altersarmut. Wo soll man denn da noch Mut haben? Wenn bestimmte Politiker gegen Hartz-IV-Bezieher hetzen? Wenn bestimmte Parteien sich bestürzt über Kinderarmut und die Höhe der Hartz-IV-Bezüge äußern, selbst aber diese Gesetze auf den Weg gebracht haben? Wo soll man da noch Mut haben, für was?

    Mut machen die Menschen, die sich ehrenamtlich aufopfern, auch wenn sie zu wenig gewürdigt werden. Ich meine die vielen freiwilligen Helfer der Tafel, der Tiertafeln, etc. Ohne diese Menschen würde es noch mehr Armut geben in Deutschland.

    Erich Fried macht Mut: Was den Armen zu wünschen wäre für eine bessere Zukunft? Nur dass sie alle im Kampf gegen die Reichen so unbeirrt sein sollen, so findig und so beständig wie die Reichen im Kampf gegen die Armen sind.

    Mut machen die vielen Menschen und Unternehmen, die Aktionen z. B. gegen Kinderarmut unterstützen und Mut machen die Menschen, die solche Aktionen gründen und durchführen.

    Warum schenkt man dem Personenkreis „Erwachsener Legastheniker“ keinen Glauben noch Gehör? Diese Menschen mit Legasthenie müssen in den Agenturen, die aufgrund einer falschen Diagnose in der Grundschulzeit keine LRS-Förderung erhielten, Unterstützung bekommen. Das kommt dem Staat auf Dauer wieder zu Gute. Alleine können diese Menschen sich nicht bei Behörden behaupten. Das habe ich selbst erfahren. Auch ist dies ein finanzielles Problem. Dies wäre anders wenn der Gesetzgeber diese Menschen fördern und unterstützen würde. Dann hätten diese Menschen ohne Furcht und Scheu eine Anlaufstelle, wo ihnen auch geholfen wird. Wie lange werden die Augen und Ohren noch geschlossen. Es sind willige Menschen, die auf dem 1. Arbeitsmarkt ohne Mobbing sich festigen wollen. Ich bin froh, dass Jesus anders war und ist. Er half auch am Sabbat und setzte somit das Gesetz außer Kraft. So sehe ich das auch hier.

    Mut machen alle Demonstranten, die sich gegen die aktuellen Sparmmaßnahmen der Bundesregierung stellen, welche die Armut fördern und nur die wohlgestellten Bürger und Unternehmen weiter fördert!

    Mut ist, seinem Arbeitsgeber zu sagen: Unter solchen Lohnbedingungen arbeite ich nicht. Mut ist, sich quer zu stellen, zu verdeutlichen, dass man sich für Erniedrigung nicht hergibt. Mut macht auch, dass einige sagen: Nicht Hartz IV ist zu hoch, sondern die Löhne zu niedrig.

    Wütend macht mich, dass bei dem Erfolgsmodell Bürgerarbeit in Sachsen-Anhalt wieder das Ernährermodell Mann greift. Frauen deren Ehepartner auf Montage sind bzw.in 3 -4 Schichten arbeiten und deren Einkommen gerade mal etwas über dem ALG II Satz liegt wieder vollkommen ins soziale Abseits gedrängt werden. Nicht nur das. Von Seiten der Agentur für Arbeit werden diese meist ältern langzeitarbeitslosen Frauen regelrecht zwangsverfolgt mit Eingliederungsvereinbarungen und unsinnigen Maßnahmen von 40 Stunden regelrecht überhäuft. Unterschriften werden mit der Androhung einer sofortigen Vermittlungssperre regelrecht erpresst. Mann kann sich ja abmelden. Viele machen dies auch. Ziel erreicht: Arbeitslosigkeit wurde drastisch nicht nur durch Bürgerarbeit gesenkt. Ein Ehepaar verdient mit dem Bürgergeld mehr als ein zum Ernährer gemachter vollkommen abgearbeiteter Alleinverdiener der 10 Stunden täglich schufftet.

    Das Engagement sehr vieler ehrenamtlicher Helfer/innen, die selbst materiell nicht sehr gut gestellt sind

    Wenn man Menschen nicht so bezahlen möchte, dass sie davon leben können, macht mir nicht Mut in dieser Republik. 3 Millionen Kinder leben bei uns in Armut. 1 Millionen Menschen müssen aufstocken! Aber für die Finanzkrise werden mit hunderten Milliarden die Banken gestützt. Zum Dank zahlt die Commerzbank ( Milliarden vom Staat) wieder Boni! Sie fördern Ausgrenzung durch ihre Politik. Arbeit muss existenzsichernd sein. Sie fördern mit ihrer Politik Armut und Ausgrenzung, oder wie soll man z.B. bei ihren neusten Vorstoß von 900,00 € Brutto-Jobs für Langzeitarbeitslose von Integration sprechen? Miete, Essen und Trinken, Mobilität, Kommunikation (sollte man Menschen im 21. Jahrhundert zubilligen), Medikamente, Reparaturen... Das Leben kostet und sie wollen Menschen mit Hungerlöhnen abspeisen! Es ist sehr kalt geworden in Deutschland. Kinder sollte man sich in diesen Zeiten nicht anschaffen.....

    Mut macht bei der augenblicklichen Politik gar nichts. Ich gehöre zu der Generation 50+ und bin dabei mich selbständig zu machen. Die Sachbearbeiter der Arge machen eher mutlos - denn sie blicken selbst nicht durch und haben von betriebswirtschaftlichen Zahlen keine Ahnung. Eine objektive Chance für erwerbslose in die Selbständigkeit wird hier generell vernichtet. Es geht nicht ums fördern, sondern nur darum, Bezüge zu kürzen und die Statistik zu schönen. Das ist die ehrliche Arbeitsmarktpolitik.

    Mir macht im Moment nichts Mut, sondern wütend, weil ich nicht zu den geförderten Jugendlichen, Behinderten oder Migranten zähle - weil ich nämlich über 50 bin und so die soziale Ausgrenzung erfahre. Ich habe noch kein Programm zur Förderung der Genration 50+ gesehen - zumindestens nicht bei ALG1. Der befristete Lohnzuschuss bringt nicht den gewünschten Erfolg. Es müssen ganz andere Konzepte und Regelungen erarbeitet werden. Denn nach ALG1 kommt Hartz IV und danach die Altersarmut. Und was kommt dann? Ich wünsche mir mehr Engagement bei der Vermittlung und Förderung älterer ALG1- Empfänger und nicht die Abschiebung in die Armut. Das würde mir persönlich Mut machen.

    Personen die ihre Arbeit auf Grund einer Lese-Rechtschreibschwäche verlieren, erfahren keine Hilfe. Ein Jahr kämpfe ich mit einer Betroffenen Person um eine LRS-Therapie. Jede Absage (11 Stellen) mit dem gleichen Inhalt. Diese Person gehört nicht zum förderungsfähigen Personenkreis. Deshalb muss es heißen: „ Bekämpfung soziale Ausgrenzung für bestimmte Personenkreise.“ „Und alle anderen bitte unter den Teppich! Und, Ruhe!!“ Diese Person hat Angebot auf dem 1.Arbeitsmarkt erhalten, aber ohne Förderung kann diese Person dieser Arbeit nicht nachkommen. Ich bin eine gottesfürchtige Person und schätze Frau Ursula von der Leyen sehr. Aber hier bin ich sehr enttäuscht. Will man hier sagen, das Gott diesen Personenkreis nicht förden und helfen möchte?

    Mag die Ministerin gut sein, die Regierung ist es sicher nicht. Denn in der Realität sieht alles doch viel anders aus.Wir können nicht nur die Migranten hofieren, sondern müßen uns einmal sehr intensiv mit den Arbeitslosen über 50 befassen, damit auch diese wieder eine lebenswertte Zukunft erhalten. Harz IV alleine ist auch kein Allheilmittel, sofern man in den Genuß kommt. Die Nicht-Leistungsbezieher über 50 sind auf jeden Fall damit ausgegrenzt.

    Mut macht, wenn man die Armut und nicht die Armen bekämpft; wenn wirklichkeitsnahe Lösungen gefunden werden - sei es für Jugendliche unter 25 oder im Falle der Rente mit 67. Es geht nicht darum, dass Menschen sich nicht trauen und nicht wollen, sondern darum, dass sie nicht können. Die Angebote sollten sich der menschlichen Realität anpassen und nicht nur der Mensch auf das Prokrust-Bett der Angebote gespannt werden.

    Mich regen die Leute so auf, die behaupten, in Deutschland gebe es keine Armut. Das ist blind und einfach nur falsch. Wenn Hartz IV Empfänger aufgrund von Sanktionen aus dem Bezug rausfallen, deswegen ihre Wohnung und ihre Krankenversicherung verlieren, ist das ein Armutszeugnis für Deutschland.

    Hallo, ich finde die derzeitige Politik von von der Leyen gar nicht so schlecht.

    In Berlin gibt es ja die Motz und auch den Motz-Laden. Die Zeitung kaufe ich ganz oft und auch im Laden schaue ich vorbei. Tolle Projekte, die Mut machen.

    Bei uns in Tübingen gibt es die Tafel. Ich finde, das ist eine tolle Einrichtung, und ich überlege, ob ich mich nicht da auch engagieren soll.